6 Wochen down under
Wow, es ist schon wieder soweit. Nach 6 Wochen in diesem wunderschönen Land heisst es Abschied nehmen. Um ehrlich zu sein fiel mir der Abschied aus Kapstadt aber um einiges schwerer. Einerseits mag das an den vielen lieben Leuten, die ich dort kennen gelernt habe, liegen und andererseits wohl auch an der Tatsache, dass Australien einfach schweineteuer ist! Der schwache Euro hat mir in der letzten Zeit extrem zu schaffen gemacht und ich werde wohl nicht mehr hinkommen mit meiner Reisekasse. Mal sehen, ob ich da noch irgendetwas gegen machen kann. Neu entdeckt habe ich dank meinem ersten Host in Sydney die Webseite helpx.net, eine Seite, auf der Leute Unterkunft und manchmal auch Essen gegen ein paar Stunden Arbeit anbieten. So war ich hier schon eine Woche in Townsville zum Geld sparen und habe dort neben Putzen auch Gartenarbeit verrichtet. Und Mitte Januar geht es zwei Wochen in einen Caravan Park in den Norden Neuseelands. Dort werde ich 3 Stunden täglich arbeiten und im Gegenzug einen Camper bekommen. Ausserdem darf ich dort die Kajaks kostenfrei benutzen. Einen Surfstrand soll es auch ganz in der Nähe geben.
Bin schon sehr gespannt!!
Doch nun mal eins nach dem anderen. In Australien gelandet erkundete ich zunächst Sydney. Doch irgendwie bin ich wohl kein Grossstadtkind – oder Sydney ist einfach nicht meine Stadt. Sydney ist cool, aber irgendwie reichten mir auch 2 Tage! Deshalb flüchtete ich direkt am Tag nach meiner Ankunft in die Blue Mountains, wo ich mit meinem Host Gilles und zwei weiteren Couchsurfern ein bisschen wanderte. Tags drauf ging es dann nach Bondi Beach. Die Wellen waren aber leider nicht soooo gut und das Wasser arschkalt, also entschied ich mich nur ein bisschen rumzulaufen. Abends traf ich noch meinen neuen Host und seine Freundin, um mit ihnen gemeinsam die Skulpturen am Strandweg anzusehen. Da waren echt ein paar coole Kunstwerke bei!
Am vierten Tag meines Aufenthalts traf ich mich noch mit ein paar Jungs, die ich im Juli auf Sylt kennen gelernt hatte, in Manly Beach. Leider war es recht windig, also wieder nichts mit Surfen. Dafür spielten wir aber ein bisschen Beachvolleyball. Wow…es ist ja schon sooo lange her, dass ich einen Ball in den Händen hatte. Aber nach ein paar Minuten Eingewöhnungszeit klappte das auch wieder ganz gut. Abend fuhr ich dann weiter zu meinem neuen Host in die Blue Mountains.
Rowan lebt mit seiner Familie auf einem recht grossen Stück Land in der Natur. Sie versuchen weitgehend unabhängig zu leben und haben einige Tiere. Das Besondere an ihnen ist, dass sie eine Art Community gegründet hatten, wo Couchsurfer ein Zuhause haben sollten. Leider wurden sie von der Regierung gezwungen diese zu schliessen, da es in Australien verboten ist, mehr als ein Haus und einen Caravan zu besitzen bzw. als Schlafstätte zu nutzen! Als Überbleibsel der Community gab es noch einige Hütten am Fluss. Und auch eine Toilette hatten sie gebaut. Diese mussten wir am ersten Tag meines Aufenthalts hoch zu den anderen Häusern bringen – ein Abenteuer sag ich euch! Nach harter Arbeit mussten wir dann aber nicht mehr durch den halben Wald laufen, um unser Geschäft zu verrichten.
Und viel wichtiger wir konnten es richtig geniessen im Fluss baden zu gehen!! Die Jungs hatten dort sogar ein Seil und eine Hängematte angebracht – Spass war also mehr als garantiert! Am den beiden nächsten Morgen konnte ich dann endlich wieder etwas sporteln und im Cattai National Park laufen gehen. Das Besondere hierbei: Unterwegs trifft man zahlreiche Wallabies und Kängurus!
Total cool! Die kleineren Wallabies sind aber leider recht schreckhaft, weshalb es echt schwer ist ein vernünftiges Bild von ihnen zu erwischen. Die grossen Kängurus hingegen sind recht gechillt und fressen einfach weiter, wenn man vorbei joggt.
Nach 3 Tagen ging es dann schon weiter nach Melbourne. Dort hatte ich mich mit 4 anderen Couchsurfern zu einem Trip zur Great Ocean Road verabredet. Ursprünglich wollte ich mit einer anderen Deutschen reisen, doch sie hatte sich leider nicht mehr gemeldet. Deshalb sagte ich einem aus Malaysia zu mit ihm und 3 weiteren Mädels zu fahren. Irgendwie hatte mir mein Bauchgefühl schon vorher verraten, dass ich lieber mit der Deutschen hätte fahren sollen. Aber naja, das ist nun mal passe. Neben seinem Fahrstil, der doch recht unangenehm auf dieser windigen Strasse war, kam noch hinzu, dass wir im Haus einer ehemaligen (?) Alkoholikerin übernachteten. Alles sehr scary!!! Leider war auch das Wetter recht schlecht auf unserem Trip, weshalb ich nun zwar Bilder von den 12 Aposteln habe, aber das Farbspiel, das man von vielen Postkarten kennt, kommt nicht annähernd zur Geltung. Nach dieser unheimlichen Nacht ging es via den Grampians wieder zurück nach Melbourne und abends direkt weiter zu meinem neuen Host Gallahad, ein Australier chinesischer Abstammung, der mich in das wahre chinesische Essen einführte. Und ich dachte immer, ich mag chinesisches Essen nicht so sehr. Pft. Man muss einfach mal ein richtiges Yum Cha haben! Ausserdem machten wir noch eine kleine Wanderung und fütterten Papageien. Nach einem Tag in Torquay, einem Surfervorort, und einem weiteren in der City ging es dann aber auch schon weiter nach Cairns, im Norden Queenslands.
Innerhalb von einer Woche war ich also in 3 Bundesstaaten. Uff, ein ganz schöner Reisestress!! Deshalb wollte ich ursprünglich auch etwas länger in Cairns bleiben. Am ersten Tag meines zweiten Tag meines Aufenthalts ging es direkt mit 4 Mädels zum Cape Tribulation. Einfach nur schön!! Traumhafte Strände, zahlreiche Wasserlöcher, die zum Bad einladen und eine Krokodiltour mit super netten und lustigen Mädels! Ein wirklich cooler Tag! Nur schade, dass man nicht im Meer baden kann/soll, da den ganzen Sommer über Stinger Season ist. Stingers sind kleine Quallen, die uebelst auf der Haut brennen, wenn man sie berührt. Ausserdem gibt es dort im tropischen Norden Australiens auch oft Salzwasserkrokodile und den Blue Bottom Oktopus, dessen Berührung sogar tödlich sein kann! Also lieber in den extra abgetrennten Strandbereichen schwimmen!! Diese Umstände und vor allem die Tatsache, dass mein Host sehr, sehr merkwürdig war, liessen mich aber wieder schneller als gedacht aus Cairns abreisen. Zuvor traf ich mich aber noch mit Rico. Ueber ein Internetforum hatten wir uns verabredet, gemeinsam die Ostküste mit seinem 4WD entlang runter zu fahren.
Nachdem ich wohl in den ersten zwei Wochen Australien schon mehr ausgegeben hatte als in den drei Wochen Südafrika entschied ich mich eine Woche lang Work for Accommodation and Food zu machen. Glücklicherweise fand ich nach zahlreichen Absagen einen Host in Townsville, 350km südlich von Cairns. Nach einer coolen Fahrt dorthin mit Stopp bei den Josephine Falls, Wasserfällen mit einer natürlichen Steinrutsche, traf ich also Craig. Craig ist wohl einer der entspanntesten Menschen ever! Nachdem er mir nicht einmal direkt Aufgaben zugeteilt hatte, putzte ich also einfach etwas. Am nächsten Tag kam dann noch eine Französin, die genauso wenig wie ich wusste, was wir eigentlich arbeiten sollten.
Aber alles in allem war es eine entspannte und angenehme Woche. Nur von Magnetic Island wurde ich etwas enttäuscht. Die Insel ist zwar echt schön, aber für den Fährpreis hätte ich doch etwas noch Tolleres erwartet. In der tropischen Hitze erwanderte ich also die Insel. Nice nice, aber eben nichts soooo Besonderes.
Nach einer Woche holte mich dann Rico ab und wir machten uns auf den Weg zu den Whitsunday Islands bzw. Airlie Beach. Dort trafen wir Yvonne wieder. Sie war beim selben Host in Cairns. Sie verriet uns, dass es immer mittwochs die Möglichkeit gibt kostenlos segeln zu gehen. Doch es handelte sich hierbei nicht einfach um einen gemütlichen Törn, sondern wir nahmen direkt an einem Rennen teil. Eine wirklich coole Erfahrung mit John und der Riff Raff alles zu geben und noch kurz vor dem Ziel ein Boot zu überholen. Yeah!! Nach dem Rennen segelten wir dann noch gemütlich in den Sonnenuntergang. Eine wirklich außergewöhnliche und wunderschöne Erfahrung! Und das ganz umsonst.
Tags drauf ging es dann endlich auf den grossen Segeltrip zu den Whitsundays. Nach kurzer Einweisung ging es auch schon direkt zum ersten Schnorchelstopp, wo wir auch tauchen konnten. Rico hatte vor kurzer Zeit seinen Open Water Diver gemacht. Ich mit meinen 20 TG war wohl eine der “Erfahrensten” neben dem Tauchlehrer. Ganz schön merkwürdig das erste Mal alleine ins Wasser zu gehen und einen TG nur zu zweit zu machen. Aber mit Rico lief das echt super! Eins A Buddy! Abends ging es dann gleich nochmal ins Wasser – mein erster Nachttauchgang. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir mehr davon versprochen hatte. Wir sahen nicht wirklich irgendwas Besonderes, da waren die ganzen riesigen Fische, die wir morgens beim Schnorcheln gesehen hatten, schon um einiges toller. Die Sicht war auch recht schlecht und ich fühlte mich etwas an meinen Tauchkurs im Attersee erinnert.
Am nächsten Tag tauchten wir dann morgens noch einmal. Diesmal wollten Rico und ich auch wieder zu zweit tauchen, doch in allerletzter Sekunde entschied der Bootsbesitzer, uns noch einen Briten und zwei Japanerinnen mitzuschicken. Alle drei waren eher unerfahren und wir tauchten ab, ohne den TG vorher ordentlich durchgesprochen zu haben, also ohne richtiges Briefing. NOT FUNNY! Die Kommunikation unter Wasser schlug ganz schön fehl und wir tauchten schliesslich viel zu weit draussen auf – dort wo die Strömung schon recht stark war. Nun ja, inzwischen weiss ich wenigstens, was ich nie mehr machen werde.
Am Nachmittag ging es dann weiter an den Whitehaven Beach. Ein Traum in Weiss und Türkis! Nach einer kleinen Bootsparty genossen wir dann an Deck schlafend noch schön den Vollmond! Nachts bekamen wir sogar noch Besuch von einem Delfin. Awesome!!
Tags drauf ging es wieder zurück nach Airlie Beach und am Sonntag schliesslich weiter nach Agnes Water. Dort verbrachte wir den ganzen Tag surfend. Rico hatte zum Glück ein Board dabei, das auch meinen Surfkünsten (oder besser Unkuensten) einigermassen entsprach und so wechselten wir uns immer ab. Nice nice!!! Das nächste Ziel lautete dann Fraser Island. Um dorthin zu kommen, muss man die Fähre ab Rainbow Beach nehmen. Es empfiehlt sich bei Ebbe auf die Insel zu fahren, da man dann schön am Strand lang heizen kann. Die Gezeiten passten allerdings nicht ganz in unseren Zeitplan, weshalb wir noch bei Flut übersetzten und den Inlandsweg über eine ganz schöne Ruckelpiste nehmen mussten. Zuvor wollten wir aber noch kurz in Rainbow Beach surfen gehen. Uns was passiert mir direkt nach 10 Minuten im Wasser? Zu weit vorne auf dem Brett…Nose runter gedrückt und zack das Board gebrochen.
Nicht lustig!! Zum Glueck hatte mein Vater eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Ich hoffe sehr, dass ich das Geld für das neue Brett nun wieder bekomme. Doch erst einmal zu Fraser Island. Diese Insel besteht nur aus Sand und der ganze dschungelartige Regenwald auf der Insel ist tatsächlich nur auf Sand gewachsen. Echt total beeindruckend! Strassen gibt es auf Fraser übrigens nicht, deshalb braucht man auch dringend ein 4WD, um dort voran zu kommen. Bei Ebbe auf dem Strand mit 80km/h hat auch was… Neben recht coolen Tracks durch den Wald laden ausserdem kristallklare Seen zum Baden ein! Echt wunderschön. Am zweiten Tag unseres Aufenthalts durften wir auch direkt mal einen umgefallenen Baum, der mit der gesamten Krone den Weg versperrte, gemeinsam mit zwei Australiern zersägen und zerhacken. Nach eineinhalb Stunden konnten wir dann auch erschöpft, aber glücklich weiter fahren. Abends ging es dann zurück nach Rainbow Beach und weiter nach Noosa.
Dort kauften wir zunächst ein neues (gebrauchtes) Brett für Rico und ich lieh mir diesmal ein Longboard. Das lief dann auch gleich viel besser… Stoked! Ausser Surfen bietet Noosa allerdings nicht so viel, weshalb wir uns abends weiter Richtung Brisbane begaben. Dort kamen wir schliesslich auch vergangenen Freitag an.
Auf mein Inserat nach einer Mitfahrgelegenheit weiter nach Byron Bay bekam ich auch prompt eine positive Rückmeldung. Die Chance umsonst nach Byron zu kommen, konnte ich mir nicht entgehen lassen und so war ich nur eineinhalb Stunden in Brissie – und das auch nur, um mit Rico Bilder auszutauschen!
Phil, ein 51jaehriger Halbhippie fuhr runter zu einem Konzert, das in der Nähe von Byron Bay statt fand. Kurzerhand entschied ich mich seine Einladung anzunehmen und mit auf das Konzert zu gehen. Gypsie Jazz….hae??? Ich wurde nicht enttäuscht! Ganz im Gegenteil. Rapskallion rockt, aber sowas von!! Zwar kam ich mir etwas verloren vor in meinem normalen Outfit in mitten der Hippies, aber das interessiert ja keinen.
Ein wirklich cooler Abend jedenfalls!! Am nächsten Morgen wurde ich dann auch schön in Byron Bay abgesetzt. Dort musste ich erst einige organisatorische Dinge wegen Neuseeland regeln. Nachmittags traf ich mich noch einmal mit den Sylter Jungs. Zu dumm, dass ich in diesem Moment nicht realisierte wie gut die Wellen waren. Ich hätte mir definitiv ein Brett leihen sollen. Da dachte ich aber noch, dass ich dies ja am Montag machen könnte. Da ich leider keinen Host in Byron gefunden hatte, musste ich abends nach Mullumbimby trampen. Dort verbrachte ich zwei Nächte bei Brian und seiner lieben kleinen Familie. Am Sonntag begleitete ich Brian zum Fischen…allerdings sass ich lediglich als Glücksbringer auf den Steinen, denn Tiere töten könnte ich beim besten Willen nicht – zumindest keine Fische. Die bestaune ich lieber lebendig im Wasser! Nach ein paar Stunden lernte ich so auch Mohamad, einen malaiischen Fischer, der nach Australien ausgewandert ist, kennen. Er scheint eine kleine Persönlichkeit zu sein, denn er wurde sogar von National Geographic Australia portraitiert. Auf jeden Fall war es sehr interessant mit ihm zu sprechen und über sein Verständnis zum Meer und der Natur zu lernen. Nach etwas Babysitting am Abend ging es am Montag Morgen wieder nach Byron Bay. Dort wollte ich nun also endlich surfen. Nachdem ich endlich alles mit dem Schreiben für die Versicherung erledigt hatte, machte ich mich also auf zum Strand. Und siehe da: Keine Wellen.
Leider war es viel zu windig. Also genoss ich einfach noch die Sonne bevor ich mich auf nach Sydney machte.
Nun bin ich also wieder dort, wo alles anfing! Heute werde ich noch an einer der in vielen Städten angebotenen kostenfreien Stadtführungen teilnehmen bevor es dann abends zum Flughafen geht. Morgen Früh fliege ich dann weiter nach Auckland. Dort bin ich erst einmal drei Tage. Ab dem 24. mache ich dann einen 3taegigen Trip mit anderen Couchsurfern auf der Nordinsel. Yeah!!
Doch zuvor möchte ich euch allen und euren Liebsten noch ein FROHES FEST wünschen! Geniesst die Feiertage und den Schnee!!



















