Bye bye Cape Town and South Africa

Wow, schon 10 Tage ist es her, dass ich geschrieben habe. Wie ihr euch vorstellen koennt, ist in der Zwischenzeit viel passiert!

Um meinen sonnenverbrannten Koerper etwas zu schonen verbrachte ich die naechsten Tage also vor allem im Auto, denn mit Philipp und Ewgeni machte ich mich auf den Osten zu erkunden. Wir fuhren auf der Garden Route vor allem die R62, eine Strasse, die in Suedafrika aehnlichen Status wie die bekannte R66 der USA hat. Die Landschaft war einfach unbeschreiblich!! Canyons, Stoppelfelder, Weinberge, zahlreiche Paesse und viele kleine Orte. Unser erster Stopp nach etwa 300km war Ronnie’s Sex Shop, eine Bar, die ihren Namen aufgrund eines Dummejungenstreichs erhalten hat und nun in zahlreichen Reisefuehrern schon Kultstatus erreicht hat. Denn sie macht ihrem Namen alle Ehre. Zahlreiche Schluepfer und BHs finden sich nebst anderen Hinterlassenschaften wie Geldscheinen, Postern, etc. in der Bar. Auch wir haben es uns nicht nehmen lassen und zumindest auf der Wand ueber dem Eingang unterschrieben “In Ermangelung von Unterwaesche”, denn Letztere wollten wir dann doch lieber anbehalten. ;-)

Abends ginge es noch weiter nach Mossel Bay, wo wir schliesslich um elf Uhr nachts das wohl billigste/beste Abendsessen ever hatten. Umgerechnet 2,50 EUR bezahlte ich fuer mein Sandwich, das sich als Double Sandwich entpuppte – natuerlich inkl. Pommes dazu! Und Leute, es war echt lecker. Wer haette das gedacht? Auch gab es an diesem Abend das beste Cider, das ich bisher getrunken habe: Burchills. Schoen apfelig. :-)

Ausgeruht ging es morgens weiter zum hoechsten Bungeesprung weltweit. Ewgeni wagte sich die 216m Bruecke hinunter…ich sparte mir die umgerechnet 69 EUR lieber und filmte seinen Sprung nur. Junge, Junge, das ist echt verdammt hoch!! Und ich glaube inzwischen fest, dass ich wohl doch nicht zu den abenteuerlustigsten Leuten gehoere. Das waere irgendwie nichts fuer mich…dann doch lieber den Fallschirmsprung?!

Nach einem 5minuetigen Aufenthalt im verregneten und verwehten Jeffreys Bay (unter anderen Bedingungen ein absoluter Surfer Hotspot!) fuhren wir direkt weiter nach Addo, wo wir in einer kleinen Lodge am Dschungelrand uebernachteten. Superlage und fuer 15 EUR inkl. Fruehstueck konnte man echt nicht meckern!! Schade, dass wir hier nicht noch eine Nacht geblieben sind. Doch der naechste Tag lockte mit den Big 5 – auch wenn es bei uns lediglich Big 3 waren. Wir fuhren in den Addo Elephant Park. Dank absolut ueberzeugender Auskunft, dass wir doch in Cape Town wohnen wuerden, durften wir den Local-Eintrittspreis von 3,50 EUR anstatt 14 EUR zahlen und mit unserem Auto selbst durch den Park fahren. Ein einmaliges Erlebnis war es eine Elefantenmama mit ihrem Kleinen mit gerade mal 1,5 bis 2m Abstand zu passieren. Ausserdem sahen wir noch viele Wildschweine (die tatsaechlich Pumba aus dem Koenig der Loewen stark aehneln), Kudus, Springboecke, einen Schakal, Schildkroeten, Paviane, einen Bueffel und aus weiter Entfernung sogar drei Loewen. Insgesamt hatten wir uns aber alle etwas mehr davon erhofft. Ich denke allerdings, dass man fuer ein besonderes Erlebnis auch definitiv mehr Zeit als einen halben Tag mitbringen muss.

Der Rueckweg gestaltete sich rein fahrtechnisch als abenteurlicher als gedacht. Wir waren mit unserem Mietwagen wieder auf der R62, ich am Steuer. Langsam setzte die Dunkelheit ein und es begann leicht zu regnen. Dass unsere Scheibenwischer nicht gerade die besten waren, hatten wir schon am Tag zuvor erfahren. Doch in der Dunkelheit mit Gegenverkehr, der sein Fernlich generell wohl nie ausmacht, ist das dann doch etwas anderes. Dunkelheit bedeutet uebrigens oft wirklich komplette Dunkelheit – ohne Reflektoren am Strassenrand oder der Strassenmitte! Auch kommt es natuerlich durchaus vor, dass Tiere die Strasse kreuzen oder Schwarze am Strassenrand laufen. Ohne rassistisch klingen zu wollen: Diese Personen sieht man wirklich erst sehr, sehr spaet, was das Fahren nicht gerade vereinfacht! Tags drauf fuhren wir noch zum suedlichsten Punkt Afrikas. Die Begeisterung hielt sich hier aber in Grenzen, da es dort nicht wirklich was zu sehen gibt.

Die folgende Woche verbrachte ich vor allem im und am Wasser. Montags und dienstags war ich wieder in Muizenberg zum Surfen. Am Donnerstag fuhr ich nach dem Sonnenaufgangsaufstieg auf den Lion’s Head zum Camps Bay Beach und anschliessend zum Clifton Beach – einfach traumhaft das tuerkise Wasser! Abends war noch ein grosses Couchsurfing Braai angesagt – yammi! Am Freitag Abend ging ich dann mit Tom zum Goldfish Konzert in den Trinity Club – sehr coole Sache: DJs mit Livemusik!! Und auf Ibiza duerfte der Eintritt wohl etwas teurer sein. ;-) Es lebe Cape Town! Tags drauf gingen wir abends in den Club 31 – hoch ueber den Daechern der Stadt. Eine wirklich coole Aussicht, auch wenn ich mit meinem Outfit ziemlich underdressed war. Tagsueber war ich uebrigens erst beim Beachworkout von Jobst, einem Freund von Max aus Koeln. Er hat eine eigene Fitnessstudiokette (Cape Cross Fit) und war frueher Profi-Beachvolleyballer…aber das war vor meiner Zeit. ;-) Am Sonntag schliesslich fuhren wir ins Township zum Restaurant Mzolis. Man kauft es beim Metzger, wartet ca. 1 Stunde und bekommt dann einen Pottich voll Fleisch und Wurst. Dazu gibt es dann Brot und eine klebrige Getreidemasse, die nur mit der dazugehoerigen Sosse Geschmack annimmt. Aber neben dem Essen zaehlt hier vor allem die tolle Atmosphaere. Wie oft ueblich ist auch hier BYOD – Bring your own drinks. Das gibt es auch in zahlreichen Restaurants!

Tja, das war Cape Town dann auch schon wieder. :( Ganze 38 Stunden Reisezeit warteten auf mich…inklusive der Zeitumstellung kam ich nach 2 Tagen in Australien an. Doch von meinen Erlebnissen Down Under berichte ich euch beim naechsten Mal!

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